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Lokale Agenda 21
Zukunftsweisende Entwicklung in Wabern
 

Jedes Land, jede Kommune, jedes Gemeinwesen braucht Konzepte und klare Vorstellungen für die künftigen Entwicklungen und für ein zielorientiertes Planen und Handeln von Politik und Bürgern. 

Es bedarf vielfältiger Impulse für eine nachhaltige Zukunft. Einige könnten aus den Ergebnissen der Lokalen Agenda 21 Wabern erwachsen.

Die Initialzündung zum Agenda Prozess wurde 1992 in Rio de Janeiro auf der Konferenz der Vereinten Nationen gegeben. Die Entscheidung diesen Prozess auch in Wabern beginnen zu lassen, wurde im September 1999 von der Gemeindevertretung einstimmig gefasst. In der Anfangsphase des Agenda Prozesses waren vier Arbeitsgruppen in den Bereichen
- Soziales
- Umwelt
- Landwirtschaft und ländliche Entwicklungen und
- Siedlung, Wirtschaft und Verkehr tätig.

Bis zum Abschluss des Prozesses arbeiten die Arbeitsgruppen Umwelt und Landwirtschaft und ländliche Entwicklungen gemeinsam ein Leitbild und Leitziele aus. Nach Abstimmung der Arbeitsergebnisse in Arbeitskreissitzungen haben die Arbeitsgruppen Leitbilder und Leitziele entwickelt, die nachfolgend dargestellt werden. 

Arbeitsgruppe
„Siedlung, Wirtschaft und Verkehr“ 

Leitbild: Zukunftsorientierte Entwicklung von Wabern
Leitziel: „Siedlung“

Behutsame Siedlungserweiterung unter ökologischen Gesichtspunkten; optimale Nutzung vorhandener Bodenreserven

1. Bauland

In vielen Ortsteilen der Gemeinde Wabern wurde kontinuierlich Bauland erschlossen und angeboten. Dies war unter der in den letzten 20 Jahren stattgefundenen Bevölkerungsentwicklung eine für die örtliche Entwicklung notwendige Maßnahme. Unter Berücksichtigung der demographischen Entwicklung, die bundesweit und auch bezogen auf unsere Gemeinde zu erwarten ist, sollte die Bereitstellung von Bauflächen angepasst werden. Bauflächen sollten in jedem Ort vorgehalten werden, aber nach Möglichkeit sollten vorhandene Baulücken geschlossen werden.

Die Arbeitsgruppe hat unter diesem Aspekt die einzelnen Ortsteile untersucht und ein Bauplatzpotenzial in vorhandenen Baulücken festgestellt.

Die Böden in unserer Gemeinde werden wegen ihrer hohen Ertragswerte überwiegend landwirtschaftlich genutzt. Auch zukünftig wird dies ein wesentliches Wertschöpfungspotenzial für viele Menschen in unserer Gemeinde sein. Der Flächenverbrauch für Siedlungsprojekte sollte daher möglichst begrenzt werden, um auch weiterhin den landwirtschaftlichen Betrieben ausreichend Ertragsflächen zu belassen. Durch eine moderate Bereitstellung von Neubaugebieten wird auch die zunehmende Versiegelung von Flächen eingeschränkt. Die Gemeinde Wabern hat bereits durch Einführung der Niederschlagswassergebühr und des Förderprogrammes zur Entsiegelung von Flächen Maßnahmen getroffen, die dieser bundesweit zunehmenden Entwicklung entgegenwirkt.

In vielen Erhebungen und Untersuchungen, auch speziell in unserem Bereich, wird bereits auf einen zu erwartenden Leerstand von Häusern in unseren Ortsteilen hingewiesen. Bereits heute ist feststellbar, dass einhergehend mit dem Leerstand von Gebäuden auch ein Verlust der Bausubstanz und eine Ausdünnung im Ortskern festzustellen ist. Dieser Entwicklung sollte langfristig entgegengegwirkt werden, in dem die Nutzung von älteren Gebäuden in den Ortsteilen gefördert wird. Insbesondere das Vorhandensein der Infrastruktur (Wasser, Abwasser, Straße etc.) lässt es sinnvoll erscheinen, die vorhandene Bausubstanz zu nutzen und auf die Ausweisung von weiteren Neubaugebieten zu verzichten. Die im Flächennutzungsplan ausgewiesenen Siedlungsflächen reichen aus. 

2. Innerörtliche Gestaltung im Kernort Wabern 

Wabern hat im Laufe seiner Geschichte mehrere örtliche Zentren entwickelt. Nach einer Konzentration von Geschäften um die Kirche wurde nach Errichtung des Bahnhofes dort eine Mehrzahl von Betrieben ansässig. In der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts entwickelte sich im Bereich der Landgrafen- und Kurfürstenstraße ein weiteres Zentrum. Die Entwicklung hin zu einem zentralen Ort, der aufgrund der angesiedelten Geschäfte und des gastronomischen Angebotes ein hohes Maß an Attraktivität ausstrahlt, wäre wünschenswert. In diesem Bereich sollten weitestgehend Einkaufsgeschäfte angesiedelt werden. Gewerbebetrieben, die nicht in dieses Raster passen, sollten geeignete Flächen an der Peripherie des Ortes angeboten werden. Eine strukturelle Ortsentwicklung ist hierfür notwendig.

Mit der Umgestaltung des Parks hinter dem Rathaus in Wabern wurde ein bereits erfolgreicher Schritt zur Verbesserung des Ortsbildes getan. Auch die Gestaltung der Container-Stellplätze für Recyclingstoffe ist verbesserungswürdig. Da diese Bereiche für die Waberner Bevölkerung als auch Ortsfremde wichtige Erscheinungsbilder darstellen, sollte auf eine Verbesserung hingearbeitet werden. 

3. Ruhebänke 

 Auf alle Ortsteile der Gemeinde Wabern bezogen versuchte die Arbeitsgruppe bereits die Pflege und Errichtung von Ruhebänken zu intensivieren. Grundgedanke hierbei war, das ehrenamtliche Engagement der Mitbürger/innen zu nutzen. In einzelnen Ortsteilen wurden Initiativen begonnen, um die innerörtliche Attraktivität durch die Aufstellung und Pflege von Ruhebänken zu verbessern. An diesem Projekt sollte weiter gearbeitet werden, insbesondere um zu verdeutlichen, dass nur durch die Mithilfe des Einzelnen bestehende Standards vor dem Hintergrund knapperer Finanzmittel aufrecht erhalten werden können. 

Leitziel: „Wirtschaft“
Förderung einer innovativen umweltschonenden Wirtschaft

1. Attraktivität des Bahnhofes und Gestaltung des Bahnhofumfeldes 

Die Arbeitsgruppe hat sich seit Beginn des Agenda-Prozesses mit der Funktion und Bedeutung des Bahnhofes in Wabern auseinandergesetzt und hält es für einen der wichtigsten Punkte, diesen in seiner Bedeutung, die er historisch von Beginn an für Wabern hatte, wieder aufleben zu lassen. Wabern definiert sich auch im Raum Schwalm-Eder-West über seine Verkehrsfunktion und dies stellt auch einen der wesentlich infrastrukturellen Vorteile in unserer Gemeinde dar.

Auch die Fläche, die sich im Umfeld des ehemaligen Lokschuppens befindet, ist aufgrund seiner Lage als überaus interessant für Gewerbebetriebe anzusehen. Aber auch die Nutzung als Freizeitfläche ist denkenswert. Die Erhöhung der Attraktivität des Bahnhofes und die Gestaltung des Bahnhofumfeldes kann zu einem Bestandteil des Projektes „Stadtumbau West“ werden. Die Arbeitsgruppe empfiehlt, von Seiten der Gemeinde diese Aufnahme nachhaltig zu unterstützen und langfristig darauf hinzuwirken, dass der Bahnhof mit seinem Umfeld wieder den Stellenwert erhält, den er über viele Jahrzehnte hatte. 

2. Sicherung der Arbeitsplätze 

Die wirtschaftliche Entwicklung in unserem Land hat auch Auswirkungen auf die Betriebe in unserer Gemeinde. Die Bereitstellung von Arbeitsplätzen am Wohnort ist ein wesentliches Merkmal für die Attraktivität einer Kommune, insbesondere bei der Ansiedlung von jungen Familien. Da bereits in den vergangenen Jahren Arbeitsplätze verloren gegangen sind, sollten die der Gemeinde zur Verfügung stehenden Mittel genutzt werden, um eine aktive Unterstützung des Erhaltes von Arbeitsplätzen bzw. Neuansiedlung durchgeführt werden.

3. Wochenmarkt

Seit April 2004 wird an jedem ersten Samstag im Monat ein Wochenmarkt durchgeführt. Dieser Wochenmarkt dient vornehmlich der Vermarktung selbst erzeugter Produkte aus dem landwirtschaftlichen und gärtnerischen Bereich. Der Wochenmarkt stellt eine Möglichkeit zur verstärkten Wertschöpfung in unserer Gemeinde dar. Darüber hinaus soll der Wochenmarkt dazu dienen, Märkte für Erzeugnisse und Produkte im örtlichen Bereich zu erschließen.

Die Verbindung von Markt und kulturellem Ereignis wurde bisher dadurch sichergestellt, dass neben dem Warenangebot auch örtliche Kulturangebote mit eingebunden wurden. Die Unterstützung der Gemeinde besteht bisher darin, dass neben Personaleinsatz insbesondere die Werbung für diesen Markt durchgeführt wird. Weiterhin sollte der Vermarktung regionaler Produkte als auch der Transfair-Produkte, die durch die Arbeitsgruppe „Siedlung, Wirtschaft und Verkehr“ verstärkt öffentlich bekannt gemacht wurden, ein Hauptaugenmerk gelten. 

      

Leitziel: „Verkehr“ 

Reduzierung von Verkehrsbelastungen

1. Bushaltestelle:

Durch die Siedlungsentwicklung im Ortsteil Wabern in den Neubaugebieten „Borkener Ring“ und „Hartwiesen“ erfolgte eine Verlagerung der Verkehrsströme. Durch die Vielzahl junger Familien in diesen Neubaugebieten war die provisorische Einrichtung einer Bushaltestelle im Waberner Süden in der Nähe des neuen Feuerwehrgerätehauses eine Reaktion auf diese Veränderung. Die Einrichtung einer Bushaltestelle mit Überdachung sollte zügig vorangetrieben werden, um eine dauernde Positionierung dieser Haltestelle aus Verkehrs-sicherheitsaspekten zu gewährleisten

2. Beseitigung von Gefahrenschwerpunkten im Verkehrsbereich

a) Wiederholt wurde gefordert, dass im Bereich der Langrafenstraße/Rathaus Wabern ein Fußgängerüberweg eingerichtet wird. Vermehrt ist zu beobachten, dass insbesondere im Kreuzungsbereich viele Fußgänger die Straße überqueren und hierbei einer Gefährdung durch den zunehmenden Verkehr ausgesetzt sind. Zwar sind sowohl in der Forststraße als auch in der Landgrafenstraße Fußgängerüberwege eingerichtet. Jedoch sollte geprüft werden, ob zur Erhöhung der Verkehrssicherheit im innerörtlichen Bereich ein weiterer Fußgängerüberweg eingerichtet werden kann.

b) Der Ausbau des Radwegenetzes in Wabern ist aus Sicht der Arbeitsgruppe als sehr positiv zu bezeichnen. Wabern hat sich mit diesem Verkehrsnetz einen Namen gemacht und sollte bemüht sein, bestehende Verkehrslücken, z. B. in Richtung Felsberg und Richtung Borken zu schließen. Weil dieses Radwegenetz zum einen als Möglichkeit der Freizeitbetätigung und Naherholung aber auch zur Vermeidung von unnötigem PKW-Verkehr genutzt wird, ist eine kontinuierliche Pflege, wie z. B. der Rückschnitt von Bäumen oder die Pflege der Wege notwendig. Wichtigster Punkt jedoch ist, dass bestehende Knotenpunkte, z. B. wie die Überquerung der Bundesstraße 253, Nähe der alten Schwalmbrücke, für Radfahrer sicherer gestaltet wird. Das bestehende Radwegenetz ist in dieser Hinsicht in seiner gesamten Länge zu überprüfen.

Arbeitsgruppe
„Umwelt, Landwirtschaft und ländliche Entwicklung“ 

Leitbild:
Nachhaltige Entwicklung der Gemeinde durch umweltgerechtes Handeln und Wirtschaften

Leitziel: Umweltschutz

1. Biogas-Anlage

Erneuerbare Energieträger werden gegenwärtig ungleichmäßig und nur in geringem Umfang genutzt, obwohl viele erneuerbare Energiequellen in großen Mengen verfügbar sind. Trotz ihres beträchtlichen wirtschaftlichen Potentials ist ihr Anteil am gesamten statistisch erfassten Bruttoinlandsenergieverbrauch äußerst gering. Aufgrund der hohen Anzahl von Schweinemastbetrieben in Wabern mit ca. 6.000 Mastplätzen bietet eine Biogas-Anlage die Möglichkeit, viele Vorteile miteinander zu verbinden:

a) Der Landwirtschaft bietet sich die Möglichkeit, mit der Entwicklung zum Energiebetrieb weitere Einnahmen zu erzielen, die insbesondere unter der gegenwärtigen Marktsituation und dem Preisgefüge für landwirtschaftliche Produkte für den Erhalt der Betriebe notwendig sind.

b) Die Erzeugung von Biogas aus Gülle führt zu einer deutlichen Senkung der Geruchsemissionen, womit für viele Einwohner von Wabern eine spürbare Verbesserung ihres unmittelbaren Wohn- und Lebensumfeldes erreicht werden könnte. Auch im Hinblick auf die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie ist dies ein guter Ansatz

c) Der Ausbau erneuerbarer Energieträger sichert Arbeitsplätze, besonders im Bereich kleiner und mittlerer Unternehmen, die für das Wirtschaftsgefüge unserer Gemeinde von besonderer Bedeutung sind.

 d) Die beabsichtigte Verpflichtung der Bundesrepublik Deutschland zur Minderung der Treibhausemissionen um 21 % bis zum Jahr 2010 im Rahmen der Lastenverteilung der Europäischen Union zu dem Kyoto-Protokoll, ist ohne eine zunehmende Nutzung von Biogas oder Biomasse nicht zu erreichen.

2. Pellet-Heizungsanlage in öffentlicher Einrichtung

Die Nutzung erneuerbarer Energien, insbesondere die Verwendung von Brennholz aus heimischen Wäldern, ist ebenfalls ein zentraler Punkt der Arbeitsgruppe „Umwelt, Landwirtschaft und ländliche Entwicklung“. Pellets- oder Hackschnitzelheizungsanlagen finden zunehmend Verwendung in privaten als auch in öffentlichen Gebäuden. Wiederum im Hinblick auf die Vermeidung von Treibhausgasen und der Nutzung erneuerbaren Energien regt die Arbeitsgruppe an, bei einem zukünftigen Bauvorhaben zu prüfen, inwieweit der Einsatz einer solchen Pellets- oder Hackschnitzelheizungsanlage möglich ist. Neben der langfristigen Senkung der Bewirtschaftungskosten bei zu erwartenden steigenden Ölpreisen kommt der Entscheidung für eine solche Anlage eine besondere Vorbildfunktion zu.

3. Erzeugung regenerativer Energien auf gewerblichen Gebäuden

Bei der Bauleitplanung, insbesondere zur Erschließung von Gewerbeflächen, soll darauf hingewirkt werden, dass Dachflächen zur Erzeugung von Strom zur Verfügung gestellt werden. Denkbar ist zur Durchführung eine Betreibergesellschaft oder Anlegergemeinschaft. Hierdurch würde auch der Wertschöpfungsumfang in unserer Gemeinde erweitert.

4. Erstellung von Energiebilanzen für öffentliche Gebäude

Die bereits erstellten Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen hinsichtlich der Bewirtschaftung von gemeindeeigenen Gebäuden sollte fortgeführt und aktualisiert werden. Der Einsatz fossiler Brennstoffe sollte reduziert und mögliche Sparpotentiale ausgenutzt werden. Unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit sollten die Möglichkeiten moderner Kommunikationstechnologie zur zentralen Steuerung von Heizungs- und Beleuchtungsanlagen genutzt werden.

5. Abfallentsorgung

Für den Betrieb der Kreismülldeponie Uttershausen sollte auf eine Minimierung der Abfallströme hin gearbeitet werden. Insbesondere sollte die Einlagerung von Müll und Sondermüll aus überregionalen Bereichen verhindert werden. Die ab dem Jahr 2005 vorgeschriebene thermische Vorbehandlung von Müll wird zu einer Reduzierung der Abfallmengen führen. Der Betreiber der Mülldeponie könnte, um die Deponie wirtschaftlich führen zu können, bestrebt sein, größere Müllmengen einzulagern. Auch um den Verkehr durch unsere Gemeinde so gering wie möglich zu halten, sollte einem „Mülltourismus“ entgegengewirkt werden.

 6. Querriegel im Baumbach

Die bereits eingebauten Querriegel im Baumbach in den Gemarkungen Hebel und Falkenberg sollten durch weitere ergänzt werden. Durch diese Querriegel ist insbesondere im Hinblick auf einen umfangreichen Hochwasserschutz im Bereich des Baumbaches eine Fortführung notwendig. Darüber hinaus ist auch unter ökologischen Gesichtspunkten diese Maßnahme sinnvoll, da durch eine Vergrößerung der Wasseroberfläche Lebensraum und Artenvielfalt im Bachlauf vergrößert werden können.

7. Fortführung der Renaturierungsmaßnahmen im Auenbereich

Bereits begonnene Renaturierungsmaßnahmen im Bereich der Schwalm, Eder und ggf. Efze sollten, soweit Ausgleichsmaßnahmen anstehen, fortgeführt und nach Möglichkeit miteinander vernetzt werden. Dort, wo es bereits Initiativen von Naturschutzverbänden zur Begleitung dieser Maßnahmen sowie die Nutzung für die Umweltbildung gibt, wäre eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Verbänden sinnvoll. Die Beobachtung der Entwicklung dieser Bereiche sollte unter Einbeziehung der Naturschutzverbände und Vereine erfolgen. Darüber hinaus ist ein jährliches Treffen der öffentlichen Stellen der Gemeinde und der Naturschutzverbände zum Abgleich der geplanten Aktivitäten für eine weitere positive Entwicklung dieser Auenbereiche hilfreich.
      
8. Zentrale Informationsstelle für Fördermaßnahmen in der Gemeindeverwaltung

Um unseren Einwohnern, die energiesparende Baumaßnahmen durchführen wollen, schnell und übersichtlich Informationen über Fördermaßnahmen geben zu können, sollte innerhalb der Gemeindeverwaltung eine Anlaufstelle vorhanden sein, bei der ein Überblick über sämtliche Fördermöglichkeiten gegeben werden kann.

9. Einrichtung eines Öko-Kontos

Um Eingriffe in die Natur durch Siedlungs-, Gewerbe- oder Straßenbau und die langfristige Entwicklung im Hinblick auf einen schonenden Umgang mit der Umwelt zu dokumentieren, ist die Einrichtung eines Öko-Kontos zu empfehlen. Eingriffs- und Ausgleichsmaßnahmen innerhalb einer Gemeinde werden hier gegenübergestellt. Dabei müssen Schäden an der Natur nicht wie bisher nachträglich wiedergutgemacht werden – es werden keine Kredite an der Natur aufgenommen - sondern es können dauerhafte Guthaben angelegt werden. Die Veranschaulichung der Auswirkungen von Eingriffsmaßnahmen auf den Naturhaushalt dient einem bewussteren Umgang mit Landschaft und der Tier- und Pflanzenwelt.

Leitziel: Gesundheitsschutz

Zur Schaffung und Erhaltung von gesundheitsfördernden Lebensbedingungen für die Menschen in der Gemeinde erachten wir im Zusammenhang mit der Einführung neuer Technologien folgende Maßnahmen für notwendig:

1. Mobilfunk

Bei der Errichtung weiterer Mobilfunksendeanlagen sollte die Gemeinde auf eine möglichst geringe Sendeleistung hinwirken. Im Besonderen gilt dies für die UMTS-Technologie, deren gepulste Strahlung ein nicht zu unterschätzendes Risiko darstellen kann. Daher empfehlen wir, in geeigneter Weise eine Überprüfung der Sendeleistung zu veranlassen. Eine mögliche Verkleidung der Antennenanlagen aus ästhetischen Gründen oder im Interesse des Denkmalschutzes oder zur Vermeidung von Protesten gegen die Errichtung solcher Anlagen ist möglichst zu unterbinden. Die Intention der Gemeinde bei der Errichtung neuer Mobilfunkanlagen sollte nicht die Mieteinnahme, sondern die Erhaltung der Gesundheit der Einwohner sein.

2. Gentechnik

Wir fordern von der Gemeindevertretung, auf gemeindeeigenen Ländereien keinen Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen zu ermöglichen. Des weiteren sollte die Gemeinde bestrebt sein, die ortsansässigen Landwirte beim Anbau gentechnikfreier Pflanzen zu unterstützen, da die erhöhte Nachfrage von naturbelassenem Saatgut der heimischen Landwirtschaft eine weitere Einnahmequelle bieten kann. Auch wünscht die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung den Verbrauch gentechnikfreier Lebensmittel. Der „Waberner Markt“ bietet den Erzeugern solcher Produkte eine Vertriebsmöglichkeit.

Da der Erhalt der Gesundheit als vorrangige Bedingung für die Lebensqualität innerhalb der Gemeinde angesehen wird, ist für die Umsetzung der oben genannten Ziele eine Zusammenarbeit mit den umliegenden Gemeinden unbedingt erforderlich. Die Einbeziehung der Erfahrungen der Kirchen innerhalb dieses Themenbereiches wird empfohlen.


Arbeitsgruppe „Soziales“ 

Leitbild: Orientierung der kommunalen Entwicklung an den Bedürfnissen der Gesellschaftsgruppen

Familie

1. Flexible Betreuungszeiten in den Kindergärten
2. Einrichtung einer Kindertagesstätte mit Krippe und Hort
3. Themenspielplätze in den Ortsteilen mit Radwegsanbindung
4. Qualitätsmanagement für Kindergärten und Jugendeinrichtungen

Gesellschaft
5. Angebote für Jugendliche
    a) Kleinere Freizeitanlagen in den Ortsteilen
    b) Ständiges Internet-Café
    c) Kommunales Kino / Jugenddisco

6. Erwachsenenbildung
7. Frauen
    a) Frauenstammtisch
    b) Veranstaltungen zu frauenspezifischen Themen
8. Generationsübergreifende Hilfe (Jung hilft Alt – Alt hilft Jung)
9. Freiwilligentag
10. Ausbildung und Arbeit
11. Einbeziehung sozialer Randgruppen

Freizeit
12. Katalog der Veranstaltungsräume
13. Mitteilungsblatt
14. Einbeziehung der Vereine
15. Freizeitkarte

Leitziel: Familie 
Verbesserung der Betreuungs- u. Spielmöglichkeiten

1. Flexible Betreuungszeiten in den Kindergärten

Die Öffnungs- und Betreuungszeiten der Kindergärten sollen erweitert werden und flexibel gestaltet sein. Bei einer Erhebung unter Eltern von jetzigen und künftigen Kindergartenkindern haben wir dafür einen Bedarf festgestellt. Eltern sollen außerdem die Möglichkeit haben, einzelne Betreuungsstunden bei Bedarf auch kurzfristig (gegen Bezahlung) in Anspruch zu nehmen.

 2. Einrichtung einer Kindertagesstätte mit Krippe und Hort

Um Wabern dauerhaft als Wohnortgemeinde für Familien und berufstätige Eltern attraktiv zu halten, müssen zusätzliche Betreuungsangebote geschaffen werden. Langfristig ist zu diesem Zweck sicherlich ein Neubau unverzichtbar. Für Kindergarten- und Grundschulkinder soll eine Ganztagsbetreuung eingerichtet werden. Dabei ist unbedingt auch eine Gruppe für Kleinstkinder einzuplanen, da Angebote für diese Altersgruppe bisher völlig fehlen.

3. Themenspielplätze in den Ortsteilen mit Fahrradweganbindung

In Hebel und Zennern wurden in Zusammenarbeit mit Kindern und Eltern Kinderspielplätze geplant und gestaltet. Der Spielplatz in Hebel ist bereits in Betrieb und wird sehr gut angenommen.

 Wir regen die Einrichtung von Spielplätzen zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten an, die „Ausflüge“ in die verschiedenen Waberner Ortsteile fördern würden. So könnte evtl. das Kirchturmdenken langfristig überwunden werden. Auf diesen Spielplätzen sollten von Zeit zu Zeit - möglichst von externen Fachkräften – Veranstaltungen mit Bezug zum jeweiligen Thema angeboten werden. Weiterhin sollten bei neuen Spielplätzen Elemente eingeplant werden, die von den Kindern flexibel umgestaltet werden können, um so die kindliche Kreativität zu fördern.

4. Qualitätsmanagement für Kindergärten und Jugendeinrichtungen

Die Qualität der Kindergärten und Jugendeinrichtungen in Wabern ist in regelmäßigen Abständen einer externen Überprüfung zu unterziehen. Die Qualitätssicherungsmaßnahmen sollen sich auf alle Bereiche (Infrastruktur, Einrichtung, Methoden, Arbeitsweise etc.) beziehen, sollen die Fachkräfte vor Ort einbeziehen und unterstützen sowie professionell durchgeführt werden.

Leitziel: Gesellschaft

Ausbau der persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten

5. Angebote für Jugendliche

 5a) Kleinere Freizeitanlagen in den Ortsteilen
Bei der Veranstaltung „Es geht besser!- Wir suchen Wünsche und Visionen“ in Falkenberg äußerten die Kinder und Jugendlichen den Wunsch nach einem dezentralen Angebot von kleineren Freizeitanlagen. Genannt wurden z. B. eine Half-Pipe, ein Basketballkorb und ein Bolzplatz.

5b) Ständiges Internet-Café Gewünscht wurde außerdem die Einrichtung eines ständigen und fachkundig betreuten Internet-Cafés. Hier bietet sich u. U. eine Verknüpfung mit der Initiative „Jung hilft Alt, Alt hilft Jung“ (s. u.) an.

5c) Kommunales Kino / Jugenddisco
Für die Einrichtung einer regelmäßigen Kinder- und Jugenddisco oder eines Kinoprogramms sollte geprüft werden, ob bereits vorhandene Räumlichkeiten, wie z. B. das „Come In“ oder die „Glastanzdiele“, genutzt werden können. Dies hätte den Vorteil einer professionellen Ausstattung, wechselnder Veranstaltungsorte und geringeren Organisationsaufwandes.
 

Bei allen unter Punkt 5 genannten Angeboten sollte das Engagement der Jugendlichen und erwachsener Bürger begrüßt und gefördert werden.

6. Erwachsenenbildung

Wir regen ein regelmäßiges breitgefächertes Angebot von Weiterbildungsveranstaltungen an, die sich an Eltern, aber auch an andere Erwachsene richten. Die Themen dieser Veranstaltungen sollen geeignet sein, Hilfestellung im Alltag zu geben, z.B. bei der Kindererziehung, im Umgang mit Nachbarn oder beim Erwerb von persönlichen und sozialen Kompetenzen. Damit soll insbesondere zu einer Stärkung des Gemeinschaftsgefühls innerhalb der Gemeinde und zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements beigetragen werden.

Die Gemeinde soll zu diesem Zweck u. a. bei der VHS des Landkreises darauf hinwirken, dass wieder häufiger Veranstaltungen in Wabern und den Ortsteilen angeboten werden, und sie dafür bei der Werbung aktiv unterstützen.

7. Frauen

7a) Frauenstammtisch
Für Frauen soll ein Treffpunkt eingerichtet werden, wo sie in regelmäßigen Abständen ungezwungen zusammenkommen und sich über Themen ihrer Wahl austauschen können. Parallel ist ein Kinderbetreuungsangebot zu schaffen.

7b) Veranstaltungen zu frauenspezifischen
Themen In der unter Punkt 6 beschriebenen Veranstaltungsreihe ist für ausreichende Berücksichtigung frauenspezifischer Themen Sorge zu tragen.

8. Generationsübergreifende Hilfe (Jung hilft Alt – Alt hilft Jung)

Jede Generation hat ihre Stärken und ihre Schwächen. Ältere Menschen verfügen über vielfältige Lebenserfahrungen, die sie an jüngere Menschen weitergeben können. Junge Menschen können im Alltag Hilfestellung geben, wie z.B. Einkäufe tätigen, Gartenarbeiten erledigen oder auch bei den ersten Schritten in die Welt der elektronischen Datenverarbeitung helfen. Um einen Austausch solcher und anderer Kompetenzen zur gegenseitigen Unterstützung zu initiieren, arbeiten bisher die Agenda-Gruppe, die Jugendpfleger und der Senioren-Club zusammen. Wünschenswert wäre eine Integration der Seniorenbeiräte oder Ortsbeiräte und die Schaffung einer festen Anlaufstelle. Dafür wären auch ein Online-Formular, ein im Rathaus ausliegendes Formblatt und ein Anrufbeantworter ausreichend, der im Agenda-Büro stehen könnte. Wichtig ist, dass die regelmäßige Auswertung und Bearbeitung gewährleistet sind.

9. Freiwilligentag

Um auch Bürgern, die sich nicht zu dauerhafter Mitarbeit verpflichten möchten oder können, eine Möglichkeit zu ehrenamtlichem Engagement zu geben, halten wir die Einrichtung eines Freiwilligentages „Ein Tag für Wabern“ für empfehlenswert. Die Waberner Einrichtungen (Vereine, Bibliotheken, Kindergärten, Schulen etc.) können bei diesem Modell das Jahr über ihren Bedarf an geeigneten Arbeiten und Hilfstätigkeiten an eine zentrale Stelle melden. Dafür würde sich das Agenda-Büro anbieten. Aus diesen Meldungen wird einmal jährlich eine Liste erstellt, in der sich die an Mitarbeit interessierten Bürger für bestimmte Arbeiten eintragen können. An dem einmal jährlich stattfindenden Freiwilligentag werden dann alle diese Arbeiten durchgeführt. Ein solches Projekt könnte das Verantwortungsgefühl der Waberner Bürger für die Gemeinschaft stärken, wichtige Kontakte anbahnen und so auch das regelmäßige ehrenamtliche Engagement fördern.

10. Ausbildung und Arbeit

Dieser Themenkomplex wurde bisher nicht bearbeitet.

11. Einbeziehung sozialer Randgruppen

Dieser Themenkomplex wurde bisher nicht bearbeitet.

Leitziel: Freizeit 

Förderung der Freizeitgestaltung innerhalb der Gemeinde Wabern

12. Katalog der Veranstaltungsräume

Als Grundlage für eine koordinierte Planung von Veranstaltungen etc. soll die Gemeinde eine Übersicht der im Gemeindegebiet zur Verfügung stehenden Veranstaltungsräume (mit Detailangaben) erstellen. Diese ist gedruckt und online verfügbar zu machen. Die Räume sollen außerdem in die Freizeitkarte (siehe Punkt 15) aufgenommen werden.

13. Mitteilungsblatt

Die bisherige Erscheinungsform des Mitteilungsblattes sollte beibehalten werden, da hierdurch insbesondere die Vereine ausreichend Möglichkeit haben, sich und ihre Aktivitäten darzustellen. Im Hinblick auf die Gestaltung sollte an einer Verbesserung des Layouts und des Inhaltes gearbeitet werden, um hierdurch eine Erhöhung der Auflage zu erreichen. Somit könnten Informationen der Verwaltung und der Vereine und Verbände mehr Bürgerinnen und Bürger als bisher erreichen. Einmal im Quartal sollte eine kostenlose Ausgabe des Mitteilungsblattes in Farbdruck flächendeckend verteilt werden. Eine solche Ausgabe könnte Veranstaltungshinweise, die Eigendarstellung von Einrichtungen und Institutionen sowie eine von Jugendlichen selbst gestaltete Seite enthalten. Für die Erstellung dieser Quartalsausgabe sollte ein Redaktionsbeirat eingerichtet werden.

14. Einbeziehung der Vereine

Die Arbeit der Vereine und Verbände ist für den Bestand eines kommunalen Gemeinwesens unerlässlich. Daher sollte das Ehrenamt und die Freiwilligenarbeit noch mehr als bisher gefördert werden. Die Vielfalt der Vereinstätigkeit kann anlässlich eines „Tages des Vereins“ am 19. September erstmalig in ihrer Gesamtheit dargestellt werden. Öffentlichkeitsarbeit in dieser Form sollte zukünftig in regelmäßigen Abständen erfolgen.

15. Freizeitkarte

Auf der Grundlage einer topografischen Karte soll eine Informations- und Freizeitkarte erstellt werden. Es sollten Sportstätten, Spielplätze, Freizeiteinrichtungen, Rad-u. Wanderwege sowie Erholungsbereiche ausgewiesen sein. Schützenswerte Naturräume sollten besonders gekennzeichnet sein und auf ihre Schutzfunktion hingewiesen werden.

Ausblick

Wabern kann bereits auf viel ehrenamtliches und gemeindliches Engagement verweisen. Die vergleichsweise gute Ausgangslage soll aufrechterhalten, aber auch konsequent weiter verbessert werden.

Im Vergleich zu anderen Gemeinden der näheren Umgebung haben z. B. die Waberner Senioren- und Jugendarbeit Vorbildfunktion. Wir sollten uns jedoch auf dem erreichten Niveau nicht ausruhen und keinesfalls Verschlechterungen in Kauf nehmen. Neben Maßnahmen zur Qualitätssicherung sind insbesondere Bemühungen zur Ausweitung und Fortentwicklung der Angebote, auch für bisher nicht oder wenig berücksichtigte Bevölkerungsgruppen, notwendig.

Dabei sollen das Engagement und die Eigeninitiative der Bürger gezielt in den Prozess integriert und möglichst umfassend gefördert werden.

Für die Zukunft regen wir an, direkt im Rathaus ein ehrenamtlich betreutes Agenda-Büro zu schaffen, das bei seiner Arbeit auf die vor Ort vorhandenen Ressourcen zurückgreifen kann. Eine solche Anlaufstelle würde viele der oben genannten Prozesse erleichtern und könnte auch die Arbeit unterschiedlicher ehrenamtlich tätiger Personen und Gruppen koordinieren.

Zur Fortschreibung der Agenda, zur Überprüfung des Erreichten und für eine Aktualisierung und Überarbeitung der Ziele soll die Gemeinde alle drei Jahre erneut einen hauptamtlich betreuten Agenda-Prozess von dreimonatiger Dauer durchführen.


 

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