Besuch im Altenzentrum Wabern


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

nach den Osterfeiertagen geht das Leben zunächst mit den neu erlernten Strukturen weiter, bis demnächst ggf. Lockerungen in bestimmten Bereichen dosiert eingeführt werden.

Wir beschäftigen uns in dieser Woche der Titel-Reihe mit dem Leben und Wirken im Altenzentrum in Wabern. Durch die Presse erhalten wir derzeit allerlei Meldungen aus verschiedenen Pflegeheimen, dass die Arbeits- und Lebenssituation meist schwierig sein soll. Mitarbeiter fehlen, Bewohner erkranken und Besucher dürfen nicht mehr eingelassen werden. Vieles was Ablenkung von außen schafft, kann nicht genutzt werden. Schade, auch das Erzählcafé des Seniorenbeirates, das seit fast 3 Jahren im Altenzentrum regelmäßig stattfindet, fehlt.

Wir machen uns heute ein Bild, welche Situation im Waberner Zentrum derzeit herrscht. Da auch wir keinen Besuch abstatten dürfen, melden wir uns telefonisch bei Einrichtungsleiterin Jennifer Arenth, die seit fast 2 Jahren nun die Geschäfte vor Ort führt.

Die Türen sind geschlossen. Niemand außer den Mitarbeiter*innen und Ärzten darf hinein oder hinaus. Gut behütet zu sein; ist das eine. Nicht das Haus verlassen zu dürfen; das andere.

„Wir haben unsere Türen bereits vor einigen Wochen geschlossen. Das war die richtige Entscheidung, auch wenn es uns für die Bewohner sehr leidtut, dies tun zu müssen. Dennoch sind wir froh, dass wir bislang, von Krankheitsfällen der Corona-Pandemie verschont geblieben sind,“ erklärt uns Einrichtungsleiterin Jennifer Arenth.  

„Die Anzahl der Mitarbeiter ist stabil“, sagt sie, „für Notfälle haben wir auch geeignete Pläne ausgearbeitet, in welcher Form unsere Arbeit ablaufen müsste. Wir hoffen alle, dass wir diese Pläne nicht benötigen werden. Wir schauen von Tag zu Tag, was zu tun ist“, berichtet sie.  

Die Arbeit des Führungsteams, Pflegedienstleiterin Steffi Kube und Jennifer Arenth besteht derzeit darin, zu schauen, zu erspüren, dass sowohl Mitarbeiter als auch Bewohner die Tage gut gemeinsam gestalten können.

Was den Bewohnern zu schaffen macht, ist, dass derzeit niemand der Angehörigen, Freunden und Bekannten sie besuchen kommen darf. „Dies wurde von den Familien bedauernd, aber zugleich respektvoll aufgenommen, da alle froh sind, wenn niemand erkrankt,“ erläutert sie weiterhin.  

Alternativen zu den sonstigen Besuchen von Angehörigen, werden derzeit kreativ gelöst. Anrufe über „facetime“ oder „skype“ werden genutzt, damit die Bewohner ihre Angehörigen auf diese Weise kurz sehen und erleben können. Die körperliche Nähe fehlt, aber auf dem Bildschirm die Familie sehen zu können, macht den Bewohnern auch Spaß. Ob sie mit den neuen Medien so in Kontakt gekommen wären? Schön, dass sie es auf diese Weise erleben können.  

Es braucht derzeit viel Kreativität, die Tage zu gestalten. Frau Arenth berichtet leidenschaftlich von der Luftballon-Aktion. Es wurden gasbefüllte Luftballons besorgt. Gemeinsam wurde mit den Bewohnern Karten gebastelt, beschriftet und im Garten dann in den Himmel entlassen. In der Hoffnung, dass sie irgendwo landen, gefunden werden und ein Brief zum Altenzentrum zurückkehren wird. Wir sind gespannt, ob es klappt.

Abstand halten und Hygienevorschriften sind wichtige Themen dieser Tage. Im Altenzentrum schon immer. Für die Bewohner werden diese Regelungen, u. a. die nötige Distanz zu anderen zu bewahren, immer wieder angesprochen, damit es auch innerhalb der Wohngruppe gelingen kann.

Besuche im Garten an der frischen Luft nutzen viele; derzeit halt nacheinander. Die kleinen Spaziergänge im Ort fallen erstmal leider weg. Dass die Sonne seit einigen Tagen kräftig scheint, freut alle; Mitarbeiter und Bewohner. Es tut gut, trotz all der Meldungen und eigenen Gedanken, ein bisschen Vitamin D aufzutanken.

„Freizeitaktivitäten zur Erholung sind auch für uns derzeit sehr eingeschränkt“, berichtet Jennifer Arenth. „Es geht allen viel im Kopf herum und so versuchen wir, außerhalb der Familie nicht irgendwo zusätzlich in Kontakt zu kommen, um nicht eine Infizierung zu riskieren, von der man vielleicht selbst nichts bemerkt.“

Diese Gedanken umtreiben derzeit alle. „Wir sprechen viel darüber, damit jeder sich auch mitgenommen und nicht alleine fühlt mit seinem Umgang mit der allgemeinen Situation, sowohl Bewohner als auch Mitarbeiter. Wir sitzen in einem Boot und machen das Beste daraus,“ sagt Jennifer Arenth. Auch sie geht nach der Arbeit viel spazieren, um den Kopf etwas freizubekommen.  

Da sich alle tapfer der Situation im Altenzentrum stellen, überbringen wir als Geste eine kleine Überraschung für die Bewohner und Mitarbeiter. Elisabeth Ernst unsere studentische Praktikantin hat samt Familie 100! kleine Ostergeschenke vorbereitet und überreichte sie am Karsamstag dem Team symbolisch durchs Fenster. „Etwas Schnucke und ein liebevolles Bild tun immer gut“, sagt Elisabeth Ernst. Meine Generation möchte sich auch am Wirken beteiligen, daher hatte ich diese Idee.

Von links: Elisabeth und Conrad Ernst






Kreatives zu Ostern für die Bewohner und Mitarbeiter des Altenzentrum Waberns








von links: Einrichtungsleiterin Jennifer Arenth und Elisabeth Ernst


Bilanz:

Wir erleben viel Anteilnahme, eigene Rücksichtsname und Kreatives.

Selbst täglich Vertrauen und Sorglosigkeit weiterzugeben, wo man sich selbst sorgt und seinen eigenen Akku nur durch wenige Dinge von außen aufladen darf, bedarf großer Eigenfürsorge und Reflektion.

Beeindruckend, dass Bewohner, Leitung und Mitarbeiter als Team ihren Alltag teilen.

Bleibt kreativ und gesund!

Team Öffentlichkeitsarbeit

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