Besuch in der Gemeindediakoniestation
   "Tatkraft, Ideenreichtum und Interesse am Menschen"


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

wieder ist eine Woche in Corona-Zeitrechnung vergangen mit neuen Meldungen aus der ganzen Welt mit Entwicklungen, Verordnungen, Beschränkungen, Statistiken, Empfehlungen, Anekdoten etc. Die Welt des Social-Media-Netzwerkes sendet uns stündlich Eindrücke und Informationen von überall und über alles. Was macht wer, wann und warum?

Allgemeine Verunsicherung ist überall „fühlbar“. Zu selektieren, was ist wichtig für mich persönlich, was vielleicht nur am Rande? Was sind fake-news? Viele können es oft nicht mehr unterscheiden.

Wir „fühlen“ vor Ort und schauen in dieser Woche für unsere Titel-Reihe: „Berichte aus der veränderten Arbeitswelt“ bei der Gemeindediakoniestation im Kernort Wabern vorbei.

Dieser Tätigkeitsbereich ist bereits in „ pandemie-freien Zeiten “ mit sehr engem körperlichen Kontakt, vielen hygienischen Vorschriften, viel Geduld und täglichem Aufmunterungsleitfaden verknüpft. Wir werfen nun einen Blick darauf, was sich für diese Mitarbeiter zusätzlich verändert hat. Was ist schwierig, was gibt Hoffnung, hat sich kreatives Neues entwickelt?

Wir treffen ein und entdecken im Schaukasten ein paar lustige Figuren, die vor längerem für einen Erinnerungsgottesdienst gestaltet wurden. Wir schmunzeln.

Pflegedienstleiterin Svetlana Butsch freut sich über unseren Besuch und berichtet leidenschaftlich über die vergangenen turbulenten Wochen, in denen sich in Kürze ganz andere Fragen stellten als noch zuvor. 

Haben wir genügend Desinfektionsmittel, genügend Schutzmasken, geht die Anzahl der Aufträge zurück? Auch die ambulanten Pflegedienste kämpfen mit den derzeitigen allgegenwärtigen Umständen.

Nach Ausbruch der Pandemie und dem Eingang stündlich neuer Anweisungen versuchten Svetlana Butsch und Pfarrerin Birgit Schacht einen Plan zu erstellen, welche Dringlichkeiten für die Station, die Kunden und die Mitarbeiter zu berücksichtigen seien.

Dies sah zunächst eine Einteilung der Kunden in unterschiedliche Gruppen vor:

-          pflegebedürftige Menschen, die alleine leben

-          pflegebedürftige Menschen, die mit Angehörigen leben

-          pflegebedürftige Menschen, die nur einmal wöchentlich einfache Hilfeleistungen in Anspruch nehmen

-          Bestellungen von Essen auf Rädern

Welche Prioritäten mit welcher Anzahl von Mitarbeitern sind bei Bedarf zu regeln? Sind wir genügend vorbereitet auf eine solche Situation? Wie gehen wir mit unseren eigenen Ängsten bzw. mit denen der Mitarbeiterinnen um?

Fragen, Empfindungen, Fragen.

„Oft ist es hilfreich, einfach anzufangen und die Dinge sich entwickeln zu lassen“, sagt Svetlana Butsch. Dies haben wir mit großem Engagement aller Beteiligten hinbekommen. „Wenn die Rahmenbedingungen und die Transparenz des Vorgehens klar sind, dann ziehen auch alle mit“, führt sie weiterhin aus. Sie sei dankbar, dass die Abstimmung und Zusammenarbeit im Team gut funktioniere.

Die bisherige räumliche kollegiale Nähe ist etwas aufgedröselt worden.  Die Kaffeemaschine musste in einen anderen Raum umziehen, der bislang von der Demenz-Gruppe genutzt wurde. Dort kann man sich eine Tasse gönnen und im Abstand zueinander eine notwendige Pause machen.

„Charmantes und kompetentes Duo“, von links: Ev. Pfarrerin Birgit Schacht und Pflegedienstleiterin Svetlana Butsch der Gemeindiakoniestation Wabern

„Die Menschen freuen sich, dass ich weiterhin komme“, sagt Jennifer Enzeroth, die mobil unterwegs ist und als Beschäftigungstherapeutin sich eng mit den Kunden befasst. „Wir spielen, puzzeln, erzählen oder gehen spazieren“, erzählt sie über ihren Arbeitsalltag mit den älteren Herrschaften. Einige Absagen habe sie erhalten, da sich Angehörige über eine mögliche Ansteckung sorgen, wenn zur Zeit Personen von außen zu ihnen ins Haus kommen, berichtet sie.

„Mobil mit selbst genähter Schutzmaske“, Pflegedienstmitarbeiterin, Jennifer Enzeroth


Diana Otto bringt das Essen auf Rädern in ihrem weißen Auto mit großer Aufschrift Diakoniestation an der Seite. „Bei einigen Personen stelle ich das Essen auf die Treppe, aus Sorge vor Ansteckung“, „andere öffnen die Tür wie gewohnt“, sagt Frau Otto. Einige Kunden sind sogar zu mutig und vertraut und wollen durch Nähe den guten Kontakt wie gewohnt herstellen. Bei diesem Verhalten erklärt sie den Kunden genau, wie es sich mit den Vorschriften für Hygiene und Abstandsregelungen während dieser Pandemie verhält. Aufklärung im direkten Kontakt wird dankend angenommen!

Seit einigen Tagen tragen die Mitarbeiterinnen selbst genähte Masken, die regelmäßig gereinigt und desinfiziert werden. Die neuen Masken wurden gespendet, teils von Mitgliedern des eigenen Kirchenvorstandes, teils von Nachbarn der Station und Kunden, die sich freuen, auch in ihrem Alter etwas beitragen zu können. Nähen; eine der Fähigkeiten, die nur noch selten in den vergangenen Jahren gebraucht wurde.

Dankeskarten, Geld- und Sachspenden erhalten die Mitarbeiterinnen; einfach so, weil die Menschen froh sind, dass vor allem Jüngere in diesen Zeiten besondere Verantwortung übernehmen und sich im professionellen Kontakt mit den Risiko-Zielgruppen täglich stellen. Jüngere und Ältere rücken zusammen. Weiter so!

Essen auf Rädern“, liefert Mitarbeiterin Diana Otto


Bilanz unseres Besuches:

Wir erleben viel Tatkraft, Ideenreichtum und Interesse am Menschen. Das beeindruckt! Vertrauenswürdig zu sein, Vertrauen schenken, wo derzeit alles unsicher zu sein schein; dieses Kriterium ist wichtig für alle Bereiche.

Normalität und Struktur benötigen alle im Miteinander. Flexibel und kreativ zu sein, ist keine Frage des Alters; Dinge zu akzeptieren ebenso. Mittel und Wege zum guten Weitermachen zu entdecken, dies scheint die besondere Kompetenz dieser Tage zu sein.

Genießen Sie die „veränderte Normalität“ und bleiben Sie gesund!

Herzliche Grüße

Team Öffentlichkeitsarbeit, Gemeindeverwaltung Wabern

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