Fortsetzung der Titel-Reihe/Berichte aus der Arbeitswelt


Wir sprechen zuerst mit Leiterin Angelika Junge aus der Kita „Storchenwiese“. Bis vor kurzem hatte die Kita keinen eigenen Namen. Nun wurde aus der Kita in der Ziegenhainer Straße neben dem Jugendzentrum, die Kindertagesstätte „Storchenwiese“, die aus zwei Gebäudeteilen besteht. Einmal der ursprüngliche Kindergarten, in dem die 3-6jährigen betreut werden und nebenan der „Neubau“ der Kinderkrippe. Dort sind die Jüngsten im Alter von 1-3 Jahren untergebracht.

In den ersten Wochen der Corona-Pandemie haben sich die Anzahl der Verordnungen, Änderungen und Auflagen täglich, wenn nicht stündlich verändert. „Wir waren ständig mit den Mitarbeitern und Verantwortlichen der Verwaltung in Kontakt, um zu erfahren, welche Beschlüsse für die Kitas berücksichtigt werden mussten. Es war sehr hilfreich, dass wir kurze Wege haben und einen guten und regelmäßigen Kontakt miteinander pflegen“, beschreibt Angelika Junge die Situation der ersten Wochen mit der Pandemie.  

Als Leiterin musste sie zunächst für die Informationen sorgen, um daraufhin zu überlegen, wie es in der Kita umgesetzt werden kann. Mitarbeiter, Eltern und natürlich die Kinder sind zu berücksichtigen. Mit allen macht diese Krise etwas, in unterschiedlicher Ausprägung - Besorgnis, Angst, Zurückhaltung, Mut, Tatkraft, Kreativität, etc.

Derzeit befinden sich 25 Kinder im Kindergarten der 3-6jährigen. Sie spielen in ihren Gruppen mit anderen Kindern und den Erzieherinnen, die sich derzeit viel Zeit für jeden Einzelnen nehmen können, was im „normalen“ Kindergartenalltag aufgrund der Vielzahl der Kinder auch mal zu kurz kommen kann.

Trotzdem lieben alle natürlich den Trubel, wenn die Kita voll besetzt ist und ein lustiges Gewusel von Groß und Klein in den Räumen, Gängen und im Garten täglich zu beobachten ist.

Mit den wenigen Kindern, die nun in der Kita angemeldet waren, haben sich die Erzieherinnen u. a. dem Thema: Was ist derzeit anders? Was gibt Hoffnung? gewidmet. „Der Regenbogen als Sinnbild der Hoffnung. Mit Liedern, Gedichten, Geschichten und Bastelaktionen konnten wir viel mit den Kindern erarbeiten. Sie freuten sich über ihre bemalten Steine, Briefe, etc.“, beschreibt Frau Wiederhold-Hutschik ihre Tätigkeiten.

Vor allem Briefe für die Kinder, die derzeit nicht in der Kita waren, erfreuten sich großer Beliebtheit. „Herzliches gegenseitiges Vermissen“ nahm einen großen Raum in der Kommunikation ein. Als einige Eltern mit den „Daheimgebliebenen“ Osterkörbchen im Abstand an der Kita abholten, gab es ein großes Hallo von Drinnen. Alle freuten sich, sich zumindest von weitem mal wieder gesehen zu haben.

Kontakt halten, damit die Bindungen, gerader der Jüngsten, die die Kita und ihre Strukturen noch nicht so lange kennen, nicht verloren gehen, das ist eine der großen Aufgaben derzeit“, sagt Frau Wiederhold-Hutschik.

Wir sagen hallo zum Team der Schatzkiste in Wabern. Dort werden derzeit 16 Kinder betreut. „Unsere räumlich große Kita fühlt sich seit einigen Wochen fast leer an“, berichtet Leiterin Kerstin Stieglitz aus der Tagesstätte an der Mehrzweckhalle in Wabern.

Die Erzieherinnen sind trotzdem alle im Dienst, um Dingen, die oft in der täglichen Arbeit zu kurz kommen, „Raum“ zu geben. Aufräumen, sortieren und an der Einrichtungskonzeption weiterarbeiten. „Die Fertigstellung der Konzeption liegt uns schon lange am Herzen. Jetzt konnten wir uns inhaltlich konstruktiv damit auseinandersetzen, mit welchen Inhalten wir unsere Arbeit weiter gestalten wollen“, gibt Kerstin Stieglitz an und ist erfreut, dass alle Teammitglieder sich dieser Arbeit, teils auch im Homeoffice, intensiv gewidmet haben.

So wurde in kurzer Zeit ein derzeit 130 Seiten umfassendes „Werk“ erarbeitet, das bald zur Auslage für Verantwortliche und Eltern in unterschiedlichen Exemplaren mit Kurz- und Langversionen bereitliegen soll.

„Die Kinder gehen mit der Situation gut um. Sie leben damit, dass sich einige Dinge verändert haben, sie zum Beispiel an der Tür direkt „übergeben“ werden, sodass die Eltern keinen Zutritt zur Tagesstätte haben“, so Kerstin Stieglitz. Nach dem Eintreffen geht es direkt zum Händewaschen und danach suchen sie die für sie zugeordneten Räume mit ihren Erzieherinnen auf und spielen. Das Außengelände ist nun fast fertig gestellt worden, dank der Unterstützung des Bauhofs und des eigenen Teams, können die Kinder nun auch viele Spielgeräte draußen an der frischen Luft genießen.

Etwas Neues wurde auch kreiert. Die Kinder können bei der Auswahl des Speiseplans mitbestimmen. Hingegen der Einrichtung „Storchenwiese“, die ihr Mittagessen vom Sozialen Dienstleistungszentrum aus Felsberg erhält, kocht derzeit die Hauswirtschafterin, Frau Martina Fiedler selbst für die Kinder. Sie dürfen nun mit auswählen, welche Gerichte gekocht werden sollen. Daraus ist ein besonderes Miteinander entstanden, da die Kinder jetzt mitgestalten und Essen zubereiten aus einer anderen Perspektive erleben können, bis zum Zeitpunkt, wenn das Team des Starhilfeverbundes wieder das Mittagessen in die Kita liefern wird.

Das Miteinander mit den wenigen Kindern und den Kontakt zu halten mit den Kindern, die derzeit zu Hause betreut werden und vor allem auch den Eltern, die dankbar sind, dass ihre Fragen zur Kinderziehung auch einfach mal telefonisch erledigt werden können, liegt dem Team der Schatzkiste sehr am Herzen. So werden Briefe gestaltet, Anrufe getätigt, manchmal erhalten die Kids von weitem Besuch beim Spaziergang der anderen Kinder. „Wir müssen zusammenhalten und die neue Normalität so „normal“ wie möglich mit den Kindern gestalten. Das festigt sie dann auch in ihrer Entwicklung“, so Kerstin Stieglitz.

Alle ErzieherInnen freuen sich natürlich, wenn der wuselige Trubel in allen Tagesstätten der Gemeinde Wabern wieder Einzug halten wird.




Bilanz unserer Besuche/Telefonate:

Die ErzieherInnen empfinden ihre Arbeit als wichtigen Beitrag zur derzeitigen Situation und ermöglichen den Kindern einen „Raum der Normalität“. Sie stellen sich den eigenen Bedenken und sorgen dafür, dass die gewachsenen guten Bindungen halten und begegnen der derzeitigen Realität mit viel Kreativität und Empathie. Sie ermöglichen „normales“ Kindliches spielen, draußen und in der Kita.

Wir sagen ein großes DANKESCHÖN fürs Sorgen und Gestalten.

Team Öffentlichkeitsarbeit

Gemeinde Wabern

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