Titel-Reihe: „Berichte aus der veränderten Arbeitswelt“


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

viele Aspekte des täglichen Lebens sowohl im Bereich der Arbeitstätigkeiten als auch im familiären und gesellschaftlichen Bereich sind derzeit nur unter veränderten Bedingungen möglich, manches bietet auch eine Chance, Bestehendes aus anderen Blickwinkeln zu betrachten. Manches entpuppt sich als kreativer Neustart. Einige empfinden vieles als Unsicherheit. Dies betrifft jeden von uns in seinem Leben, mehr oder weniger.

In dieser Reihe möchten wir Ihnen einen kurzen Einblick in die veränderte Arbeitswelt in verschiedenen Bereichen zeigen:  Was ist hilfreich, was schwierig und was gibt Hoffnung?

Diesen Fragen werden wir in den kommenden Wochen in dieser Titel-Reihe nachgehen. 


Wir treffen am einzigen Ein- und Ausgang auf 2 Mitarbeiter des Security-Teams Protex aus Kassel. Laura und Tarek erklären uns, dass ihre Aufgabe die Einlass-Kontrolle am Eingang des Edeka-Marktes ist. Sie behalten im Auge, dass die Anzahl von 40 Personen im gesamten Markt nicht überschritten wird und dass jeder Kunde, auch wenn er nur beim Bäcker vorbeihuschen möchte, einen Wagen benötigt, um den derzeit nötigen Abstand zu wahren.

Die meisten Kunden haben Verständnis, aber einige kämpfen noch im Dialog mit uns damit, ob das alles hier einen Sinn ergibt“, sagt Tarek Celik, der seit einigen Jahren bereits in der Security-Branche tätig ist und nun im bislang unbekannten Terrain vor einem Edeka-Markt steht. Sein übliches Tätigkeitsfeld sind Einlasskontrollen bei kulturellen Events. Seine Kollegin Laura ist Schülerin und macht dies zur Zeit als Aushilfsjob, da die Schulen geschlossen sind und sie sich sonst vielleicht zu Hause langweilen würde. Die beiden freuen sich, dass sie helfen können und genießen die kleinen Geschenke einiger Kunden, die sich bedanken dafür, dass sie täglich mit Handschuhen und sichtbar mit Schutzweste vor dem Edeka stehen.

Mitarbeiter des Security-Teams, Protex aus Kassel Von links: Laura Frahf und Tarek Celik


Weiter: Wir treffen Geschäftsführer Jan Pollmer, der sich mit seinem Team auf sehr kurzfristige und umfassende Veränderungen in seinem Laden einstellen musste. „Vieles ist in Kürze umgesetzt und von den Mitarbeitern gut mitgetragen worden“, berichtet er.

Wir fragen die Kassiererinnen, was sie derzeit mit den Veränderungen und dem direkten Kontakt mit so vielen Menschen, die täglich den Markt besuchen, persönlich beschäftigt.  

Wir haben Respekt, aber keine Angst“, sagt Aleksandra Herchenhan, die auf ihre Handschuhe zeigt. Hinter kurzfristig installierten Plexiglas-Scheiben sitzt sie im großen Abstand zu ihren Kolleginnen, kassiert und räumt Waren zur Lieferung in große Kartons. „Ich möchte als junger Mensch hier sitzen und diese Arbeit tun, damit ältere Menschen auch weiter ihre Versorgung erhalten können“, sagt sie und ist gerührt von ihren eigenen spontanen Worten. Wir auch!   

Team Kasse: von links: Aleksandra Herchenhan und Marina Brandenstein











Elke Pelz ist als Leiterin der Kassiererinnen im Fokus, da sie die Dienstpläne erarbeitet und Einteilungen vornimmt. Da derzeit, aufgrund der Abstandsregelungen, nur wenige Kassen geöffnet sein können, braucht es viel Geschick und gute Planung, einen Kassen-Betrieb auch für Kunden entspannt zu regeln. „Mittlerweile haben sich die Kunden an die neuen Abläufe gewöhnt“, sagt Elke Pelz. Die erste Zeit der Umstellung sei jedoch sehr turbulent gewesen, führt sie weiter aus und beobachtet auch mit Freude, dass die Menschen allgemein rücksichtsvoller miteinander umgehen würden. „Somit hat es doch auch etwas Gutes“ sagt sie. 

Edeka- und Tchibo-Shop: Kassenleiterin Elke Pelz







Weiter: Wir treffen am Back-Shop der Firma Rössel auf Mitarbeiterin Jutta Mirswa, die im Wechsel mit ihren Kolleginnen, Backwaren einsortiert, verkauft, Brötchen belegt und garniert, kassiert, Coffee-to-go ausgibt und einiges mehr.  Während der kurzen Verkaufsphase ihrer Produkte wird sie von Kunden immer wieder auf den Umgang mit den derzeitigen Einschränkungen angesprochen. „Man braucht viel Geduld, um die vielen kritischen Kommentare der Kunden um das ganze „Einkaufen“ herum, zu handhaben“. Sie versucht es mit Erklärungen und Aufmunterungen, dass dies alles derzeit halt in dieser Form mit Abstand halten, Begrenzung durch Plexiglas-Scheiben, Nutzung von Einkaufswagen für alle Kunden, etc. einen Sinn macht und man es einfach akzeptieren muss, wie es jetzt läuft.

Der Umsatzrückgang sei deutlich spürbar, da derzeit im Café-Bereich niemand, auch bei diesem schönen Wetter, sitzen darf. „Die Leute vermissen die kleine Café-Ecke, vor allem auch als kommunikativen Ort, der sonst immer gerne zum spontanen Schnuddeln einlädt“, erzählt uns Jutta Mirswa.

Wie wir sehen können, ist die Auslage sehr gut bestückt. Es ist alles da, was die Herzen von herzhaften und süßen Essern aufmuntern kann.

Kein Mangel; das ist gut zu wissen!

Bäckerei Rössel im Edeka-Markt, Mitarbeiterin: Jutta Mirswa


Bilanz unseres Besuches:

Die Versorgung ist gewährleistet. Es gibt alles, was das Herz begehrt. Wir entdecken Ungewohntes, Herzliches und Fehlendes.

Der beliebte Kommunikations-Treffpunkt Edeka in Wabern ist bis auf Weiteres nur eingeschränkt nutzbar. Kaufen ja – schnuddeln nur mit Abstand und trotzdem so wertvoll!

Vielen Dank an alle Mitarbeiter, die zum Wohl aller weitermachen und sich über unseren Besuch gefreut haben.

Bleiben Sie gesund!

Herzliche Grüße

Team Öffentlichkeitsarbeit, Gemeindeverwaltung Wabern

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